Interview mit meinem Schweinehund

dog dressed up like a pigINTERVIEW MIT MEINEM SCHWEINEHUND

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Sicher kennst du ihn auch – den inneren Schweinehund – der immer auftaucht, wenn man doch jetzt endlich mal konsequent etwas durchziehen  will?

Der mir ins Ohr flüstert: „Auf der Couch ist es jetzt viel gemütlicher als eine Runde um den Block zu laufen.“ Der mich irgendwie mehr zum Surfen auf Facebook drängt oder zu einem netten Chat über Skype, als den aufgeschobenen Auftrag jetzt endlich anzugehen. Auch gegen lange To-Do-Listen scheint mein Schweinehund immun zu sein. Interessiert ihn nicht… glaubte ich…

… bis es mir irgendwann zu bunt wurde und ich im wahrsten Sinne des Wortes die Schnauze voll hatte. Davon, wie er mir es doch immer wieder schwer machte, meine Verpflichtungen ernst zu nehmen. „Wir müssen reden!“ sagte ich.

Da saß mein Schweinehund nun vor mir, grinste mich schamlos an und ich hatte noch viel größere Lust mich links von ihm mit der Faulheit auf die Couch zu legen. Ebenfalls mit zum Gespräch kam mein Auftragsabwicklungsmanager – und der machte ein Gesicht wie 7 Wochen Dauerregen. Maaaan… was für ne Truppe hatte ich da beinander – wie soll man denn da Spaß an der Arbeit haben, wenn man wegen der Inkonsequenz dann immer ein schlechtes Gewissen kriegt.

Mein Schweinehund sah mich an und sagte dann in ganz ruhigem Ton: „Ich bin weder da, um dir ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn du dich lieber auf die Couch legen willst, noch den Druck von der Auftragsabteilung zu verstärken. Ich bin einfach nur da, damit du dir bewusst machst, was du wirklich willst und dich vielleicht mal fragen solltest, was du wirklich brauchst, statt der unproduktiven Zeit auf der Couch. Denn Spaß hats dir dann ja auch nicht gemacht.“

Ups… hab ich mir gedacht. Wer redet mir denn dann das schlechte Gewissen ein?

Da meldete sich die Auftragsabwicklung zu Wort: „Das machst du selbst! Ich will dich nur auf die Verpflichtungen aufmerksam machen und darauf, wie wir dann wieder drinhängen, weil wirs haben schleifen lassen und dann noch mehr Druck spüren, weil es fertig werden muss.“

Hm, ist vielleicht gar nicht so ein Spießer, wie ich immer gedacht hab. Irgendwie hat er ja schon recht. Vielleicht weiß er ja auch eine Lösung?

„Konsequent sein bedeutet nicht, immer nur tun müssen, was getan werden muss. Konsequent sein bedeutet, auch konsequent die Bedürfnisse achten – und nicht, sie zu ver-achten. Je mehr du sie achtest, desto weniger muss der Schweinehund auftauchen, desto leichter fallen dir die Dinge, die du dir vorgenommen hast.“

Wow, dachte ich, sowas weiß mein scheinbar spießiger Auftragsabwickler? Vielleicht sollte ich dem mal etwas mehr Wertschätzung schenken. Vielleicht kann so manche Arbeit, die erledigt werden muss, viel mehr Spaß machen?

Ich hab mir das jedenfalls sehr zu Herzen genommen. Wenn der Schweinehund wieder auftaucht und mich vor die Wahl stellt, dann versuch ich einfach für beide Seiten eine Möglichkeit und Raum zu finden. So läuft das viel leichter – und eigentlich ist mein Schweinehund doch echt ne coole Socke! :O)

Und ich bin sicher, du hast ganz sicher auch ne coole Socke an Bord. Frag ihn doch einfach mal! ;O)

Alles Liebe!
Mohni

 

Bild: © Willee Cole | Fotolia

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Mohni, was für ein toller Artikel. Ich habe ihn mir grad einmal angehört. Ich finde es eine klasse Herangehensweise, sich die beiden Sichtweisen anzuhören. Irgendwie steckt ja sogar hinter dem ungeliebten Schweinehund eine positive Absicht. Ich werde meinen mal fragen, was seine positive Absicht ist, mir jeden Morgen meine Yogapraxis auszureden ;).

    Danke dafür,
    Diana

    P.S. Ich habe richtig Lust bekommen, auch meine Artikel zu vertonen. Das ist wie früher, als man als Kind etwas vorgelesen bekam ;o).

    • ach wie schön! daaanke, diana!
      dieser artikel ist letztes jahr aus einem solchen frust heraus entstanden. (ich seh sogar, exakt vor 1 jahr 😉 ) und da ich ja sehr gerne mit meinen inneren herrschaften spreche, wollte ich es da eben auch endlich mal wissen. 😉
      ja ja, manchmal anstrengend, aber die verhinderer haben immer auch eine positive absicht! 🙂
      bin sehr gespannt, was dein schweinehund dir erzählt! 😉

      und das mit dem vertonen… das ist in der tat toll. sogar das sprechen macht spaß, weil man da so richtig sein gefühl noch reinpacken kann. und ich hab dazu schon viel positives feedback bekommen. viele sind einfach mit dem vielen text zum lesen überfordert oder es ist zu anstrengend am rechner das zu lesen. für alle auditiven genießer ein ohrenschmaus! 🙂

      danke für dein tolles feedback!
      liebe grüße!
      mohni

  2. Liebe Mohni
    sehr amüsant geschrieben Dein innerer Dialog. Ich lese übrigens lieber, deswegen habe ich es mir nicht angehört. Schön, dass Du beide Möglichkeiten anbietest.
    So jetzt zum Schweinehund – wenn ich auf meine To-Do-Liste schaue, dann springt mich immer irgendeine Aufgabe, auf die ich gerade Lust habe. Auch wenn andere Aufgaben gerade dringender wären, folge ich erstmal meiner Lust. Dann habe ich mit Freude und Spaß zügig etwas geschaffen und eine unbeliebtere Aufgabe geht mir danach schneller von der Hand. Das spart mir enorm viel Zeit. Früher bin ich mit den dringenden nicht so tollen Aufgaben gestartet und habe gebummelt, an meine Spaß-Aufgabe gedacht, Ideen nebenher gekritztelt, mich ermahnt, dass ich endlich diese eine Aufgabe fertigmachen muss. Das kostet Zeit, Energie und Kraft und meine Spaß-Aufgabe beflügelt mich dann weniger.
    Danke für Deinen Artikel, dadurch wurde mir das nochmal ganz bewusst.
    Von Herzen liebe Grüße
    Veronika

    • Danke liebe Veronika! 🙂

      Da hast du absolut Recht! Die Aufgabe, die mich mit Lust anspringt (schönes Bild! 😉 ) bekommt ihre Bühne.
      Ich habe festgestellt, wenn dieses Schweinehund-Thema auftaucht, immer auch wieder ein Indiz dafür ist, dass irgendein Grundbedürfnis nicht gedeckt ist und so eine Unzufriedenheit meine Lustlosigkeit fördert. Am Schweinehund erkenne ich deshalb jetzt auch immer eine solche Situation. Und dann schau ich, wie auch schon im Text, was ich wirklich brauche oder was ich nicht (mehr) beachtet habe.
      Auch dir – danke, dass du mir das durch deinen Impuls auch wieder bewusst gemacht hast! 🙂

      Ganz liebe Grüße!
      Mohni

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