Vom guten Gefühl an die Hand genommen zu werden

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Vor ein paar Stunden hat mich eine Situation mal wieder völlig aus der Bahn geworfen. Wenn man mit etwas konfrontiert wird, was man schon längst als erledigt gesehen hatte und es dann doch wieder brühwarm auf den Tisch kommt – dann verliert man für einen Moment den Mut und die Energie, einfach weiter zu machen. Vor allem, wenn man selbst, so wie ich gerade, in einer Veränderungs- bzw. Übergangsphase ist, und alles noch nicht auf einem festen Fundament steht.

Eigentlich hatte ich für heute einen Blog über Mut und Sicherheit geplant. Ich hatte ihn schon vor zwei Tagen fix und fertig zum Publizieren abgespeichert. Richtig stolz und glücklich war ich, dass mir das Verfassen meiner Gedanken so gut gelingt. Doch heute schien er mir einfach nicht passend. Aber mich packte wieder die Schreiblust – die mir immer wieder Energie gibt – und sie schickte mir den Impuls genau über diese Situation zu schreiben. Denn da bin ich ganz sicher nicht die einzige, die so immer wieder ins Hadern kommt. Was hilft in solchen Situationen? Wer hilft, wenn man selbst am liebsten einfach alles hinschmeißen möchte – wenn man kurz vorm Ziel am liebsten die Biege machen würde?

Wie gut es ist, wenn jemand einfach nur zuhört.

Ich bin wirklich von ganzem Herzen dankbar, dass ich Menschen an meiner Seite habe, die mich dann auffangen. Meine Co-Coachingpartnerin und mittlerweile sehr gute Freundin durfte sich eben eine Litanei an Gejammer anhören. Aber das tut sie einfach – ohne es zu bewerten. Und das tut gut – sich einfach mal den Frust von der Seele zu reden oder zu schreiben – letzteres in meinem Fall, als alter Schreiberling. Indem der Unmut raus ist, konnte die ursprüngliche Kraft wieder zu Tage kommen. Und in dem Bedürfnis einfach mal nicht alles selbst lösen zu müssen, lass ich mich von ihr an die Hand nehmen und mich mit Impulsen und Möglichkeiten beliefern. Sofort spüre ich wieder das leichte Ansteigen meines Tatendrangs. Jawohl, so machen wir‘s! Ich hab mich 10 Minuten hingesetzt und eine Lösungsidee war auf dem Papier. Allein beim Gefühl eine Lösung zu haben, tanke ich wieder auf und fühl mich wieder auf meiner Spur. Dabei muss ich gar nicht wissen, wie das Ergebnis ausgeht. In diesem Moment zählt für mich einfach nur das Gefühl „es geht weiter“!

Wegbegleiter prägen deinen Lebensweg.

In all den Jahren meiner Selbständigkeit – und das werden in diesem Juli 2013 jetzt 8 Jahre – haben sich ohne mein Zutun immer wieder Wegbegleiter an meine Seite gesellt. Menschen, die mir zum jeweiligen Zeitpunkt, die für mich beste Hilfe boten. Egal, ob sie mich für eine Sache inspirierten, mich in schwierigen Zeiten ihren Weg aufzeigten, wie sie es geschafft haben, um mir neuen Mut zu machen oder ob einfach nur jemand da war, der mir zugehört hat. Doch manchmal, wenn man besonders große Hilfe braucht, reicht vielleicht einer nicht. Dann kommt eine ganze Gruppe von Menschen, die dir sagen: „Gib nicht auf – du bist gut – mach weiter – bleib dran – zeig, was du kannst – hör auf dich – bleib dir treu!“ Meine Gruppe von Menschen hat sich an dem Tag aus heiterem Himmel ergeben, als ich eine wichtige Entscheidung getroffen, als ich mich für einen erneuten Sprung ins kalte Wasser entschieden habe. Das sofortige Gefühl der Verbundenheit mit diesen 4 Menschen, war für mich das Zeichen, ich bin richtig, das war der richtige Weg. Und welchen Aufwind einem so eine Erfolgsgruppe gibt, kann ich kaum in Worte fassen. Es tut einfach richtig gut, wenn man Gleichgesinnte an seiner Seite hat, die einen verstehen, die das auch selbst erleben und die dich einfach an die Hand nehmen, dir neue Ideen und Impulse schicken, die einfach auch ihre unperfekte Menschlichkeit zeigen, damit man sich wieder wohl fühlt.

Wie gut es tut, einfach unperfekt menschlich zu sein.

Viele Menschen glaubten, dass bei mir immer alles flutscht, alles gelingt, ich für alles Mut habe und einfach glücklich durchs Leben tanze. Ich bin kein Roboter und auch kein Übermensch, obwohl ich grundlegend eine sehr positive Einstellung zum Leben habe und auch ein Urvertrauen in mir verankert ist, dass alles zum Besten für mich geschieht und ich immer Lösungen finde. Dennoch komm auch ich immer wieder an Hürden, die ich allein nicht überwinden kann und mittlerweile auch nicht mehr will. Situationen, in denen ich andere Menschen brauche und froh bin, etwas gemeinsam anzupacken, Menschen, denen ich vertraue und wo ich mich, in meiner unperfekten Menschlichkeit einfach fallen lassen kann. Die meine Sorgen mit mir teilen und die mich an die Hand nehmen, wenn ich mir diese wünsche.

Stark zu sein, heißt nicht, alles alleine machen zu müssen.

Aus diesem Grund ist es für mich das größte Geschenk, in schwierigen Zeiten, in Übergangsphasen, beim Begehen neuer Terrains, Menschen an der Seite zu haben, die einen begleiten. Die einfach Zuhören und neue Möglichkeiten aufzeigen und einem das eigene Ziel wieder klar machen. Mit gestärktem Mut kann man dieses wieder ansteuern. Alleine das Leben und die Herausforderungen bewältigen zu wollen, ist ein schwieriger Prozess, den ich mir lange Zeit auferlegt habe. So wichtig die Erkenntnisse in der Zeit für mich waren – wenn nichts mehr geht, alle Energie verbraucht ist – nimmt man doch gern die Hand, die einem hingehalten wird und stellt fest, dass das einfach gut tut.

Warum also alles alleine machen? Heute weiß ich, dass wir Menschen doch gerade deshalb da sind, um uns gegenseitig zu unterstützen und es uns auch gut tut, wenn wir gebraucht werden und nicht alles alleine bewältigt werden muss. Wir brauchen uns gegenseitig und bringen uns am leichtesten gemeinsam voran. Wir lernen voneinander und können uns auch am besten gemeinsam über erreichte Ziele freuen. Das gemeinsame Feiern nicht zu vergessen!

Vom Bedürfnis, Menschen an die Hand zu nehmen.

Auch wenn ich in den Augen vieler sehr mutig bin, bin ich ohne die Hilfe meiner Mutmacher auch nur ein Mensch, der das Bedürfnis hat, sein Ding zu machen. Doch das gegenseitige Inspirieren und Dinge und Fähigkeiten im anderen sehen, hilft einen selbst, klar zu werden. Ich bin klar und entschlossen, mein Ding weiter zu machen, auch wenn ich ab und zu stolpere und wieder aufstehen muss. Ich mach mein Ding! Das ist für mich eine Notwendigkeit und ein Bedürfnis und hat für mich weniger mit Mut zu tun. Denn das, was ich am liebsten tue, füllt mich – da fühl ich mich auch sicher. Mein Bedürfnis ist es, Menschen an die Hand zu nehmen, um mit ihnen gemeinsem ihren Weg zu finden und ihre Ideen mit ihnen weiterzuspinnen, sie in die Welt zu bringen. Denn das Erkennen der eigenen Aufgabe ist ein wunderbar bereicherndes Gefühl, das ich niemals mehr missen möchte.

Dieses Gefühl wünsche ich dir von Herzen!

Alles Liebe!
Mohni

 

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